Erfinderinnenpreis auf der women&work verliehen

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Erfinden ist Männersache. Dass das totaler Quatsch ist, beweisen vier „patente“ Frauen, die auf Europas Leitmesse für weibliche Karriereplanung für ihre innovativen Ideen ausgezeichnet wurden.

Von der Spülmaschine über die erste Programmiersprache bis hin zur Grundlage des ersten Autopiloten – all diese Erfindungen stammen von Frauen. Ihre Namen kennt jedoch kaum jemand. Und auch heute ist die Lage nicht viel anders: Der Frauenanteil unter den erfolgreichen Patentanmeldungen in Deutschland liegt aktuell bei mageren 6,1 Prozent.

Der Erfinderinnenpreis, der am 4. Mai 2019 zum ersten Mal auf der women&work in Frankfurt verliehen wurde, möchte das ändern und wirbt für mehr weiblichen Erfindergeist. Dass dieser viel Innovatives hervorbringt, zeigen die diesjährigen Gewinnerinnen in den Kategorien „Technologie“, „Geschäftsmodell & Organisation“, „Service & Sozial“, und „Sonderpreis Humanismus 4.0“:

 

Karin Weigelt, Prismade Labs

Wie physische Druckprodukte und digitale Welt zueinander finden können, hat Karin Weigelt schon im Studium interessiert. 2016 gründete sie ihr eigenes Unternehmen und entwickelte dort eine Technologie, die eine Interaktion von Smartphones mit gedruckten elektronischen Strukturen ermöglicht. Der Clou liegt in den Farben: Sie basieren auf elektrisch leitfähigen Materialien, wie beispielsweise Kohlenstoff. Die Sensoren des Touchscreens können sie daher so lesen, wie sie sonst einen Fingerdruck erkennen. Wird zum Beispiel eine Verpackung derart bedruckt und legt man diese auf den Bildschirm seines Smartphones, kann mit einem Fingerwisch über die Verpackung eine Interaktion auf dem Smartphone ausgelöst werden. Spannend!

 

Dr. Jenny Müller, DIE FRISCHEMANUFAKTUR

Jeder kennt ihn, jeder hatte ihn sicher schon mal im Einkaufskorb: frisch abgepackten Obstsalat als To go-Snack aus dem Supermarkt. Das Problem: Nach rund 24 Stunden verliert er mikrobiologisch betrachtet seine Haltbarkeit und landet massenhaft in der Mülltonne. Dr. Jenny Müller hat dafür eine Lösung entwickelt. In ihrer FRISCHEMANUFAKTUR wird das Obst mit Vitamin C und Kaliumcarbonat umhüllt und behält so seine natürliche Farbe. Eine Schutzatmosphäre aus Kohlendioxid und Stickstoff hält unerwünschte Bakterien fern. Eine tolle Idee gegen Lebensmittelverschwendung!

 

Kim Eisenmann, Xantus Drinkcheck

Jährlich werden Hunderte Menschen, vor allem Frauen, mit K.O.-Tropfen betäubt und missbraucht. Kim Eisenmann sagt dem mit ihrem Drinkcheck-Armband, dem weltweit ersten seiner Art, den Kampf an. Denn wird es mit der verdächtigen Flüssigkeit beträufelt, sagt es einem nach zwei Minuten, ob man den Cocktail lieber stehen lassen und das Weite suchen sollte. Das Armband gibt es unter anderem bei dm zu kaufen.

 

Marcella Hansch, Pacific Garbage Screening

Während eines Tauchurlaubs am Atlantik machte Marcella Hansch eine Erfahrung, die ihr Leben nach dem Architekturstudium maßgeblich beeinflussen sollte. Denn er war kein Fisch, der sie unter Wasser da am Bein berührte, sondern eine Plastiktüte. Millionen Tonnen Plastikmüll landen jährlich in den Weltmeeren und zersetzen sich dort in immer kleinere Partikel. Geht das ungehindert so weiter, wird es 2050 in den Ozeanen mehr Plastik als Fische geben. Hansch beschloss es etwas zu tun und entwickelte im Rahmen ihrer Masterarbeit eine Plattform, mit der sogar Mikroplastik aus Meeren und Flüssen entfernt werden kann. Und sie gründete den gemeinnützigen Verein Pacific Garbage Screening, in dem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Projekt gemeinsam vorantreiben.

 

Der nächste Erfinderinnenpreis wird am 9. Mai 2020 auf der women&work verliehen. Bewerbungsschluss ist der 10. April 2020. Weitere Infos unter www.erfinderinnenpreis.de

 

 

Christin Meissner